In jedem Fall Holz

Die Renaissance im Holzbau

Werner Evers für Karl Heger Holzhausbau

Holz ist den Menschen seit Jahrtausenden vertraut. Durch seine Farbe, Maserung, Struktur und durch die Wärme seiner Oberfläche gilt es als sinnlich ansprechend und ist der Sympathieträger unter den Baustoffen. Seine regulierenden Eigenschaften bei Temperatur und Feuchtigkeit sorgen zudem für ein optimales Raumklima.

Am Anfang wurde Holz einfach gestapelt

Holz gehört zu den ältesten Baumaterialien der Menschheit. Der Baustoff wurde beim Roden der Wälder für Ackerflächen gewonnen. Der Blockbau war robust und bot Schutz vor allerlei Unwägbarkeiten. Feinde, wilde Tiere und die raue Natur konnten gegen massive Holzbohlen nicht viel ausrichten. Aber beim Blockhaus wurde viel Holz gebraucht, das nicht überall ausreichend zur Verfügung stand. Mit der gleichzeitigen Entwicklung von entsprechenden Werkzeugen zur Holzbearbeitung bis hin zur maschinellen Verarbeitung von Holz entwickelte sich zunächst die Fachwerk-Bauweise und dann der Holzrahmenbau und der Holztafelbau.

Baumaterial Holz – die Vorteile

Holz wird oft als Baustoff vom Lande wahrgenommen. Städtische Umgebungen werden häufig mit Mauerwerk und verputzten Fassaden in Verbindung gebracht. Das ist erstaunlich, denn in Mittel- und Nordeuropa waren die Städte bis in das 19. Jahrhundert zu einem guten Teil von Holzbauten geprägt.

Erstaunlich auch, weil:
– Holzbauten nur etwa 20 – 50 % des Eigengewichts von mineralischen Gebäuden haben
– Holzkonstruktionen eine weitgehende Vorfertigung großer Bauteile erlauben, die dann auf der Baustelle in kürzester Zeit montiert werden können
– Aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit von Holz Dämmung und Tragwerk in der selben Ebene liegen können
– Holzkonstruktionen sich nicht nur für Neubauten und Aufstockungen eignen, sondern auch für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen

Hightech-Wandaufbau aus Holz

Heute ist die automatisierte Verarbeitung im Holzbau weit vorangeschritten. Es ist möglich, großformatige Bauteile vorzufertigen und zu transportieren. Holz als Baumaterial verbindet Nachhaltigkeit, Vielseitigkeit und Ästhetik. Holz ist der Rohstoff der Zukunft.

Ein typischer Außenwandaufbau ist:

10-20 mm Innenbekleidung (GK-Platte/Holzwerkstoffplatte/Holzschalung)
60 mm Installationsschicht zwischen UK Innenbekleidung
20 mm Beplankung OSB-Platte mit abgeklebten Stößen als Aussteifung und luftdichte/dampfdichte Schicht
200 mm Ständerwerk 60/200 mm, dazwischen Zellulose-Einblasdämmung
20-60 mm Holzweichfaserplatte als zusätzliche wärmebrückenreduzierende Dämmschicht
diffusionsoffene Fassadenbahn
hinterlüfteter Fassadenaufbau (Holzschalung, Plattenfassade, Blechbekleidung etc. mit UK und Hinterlüftung)

Renaissance im Holzbau

Der Handlungsbedarf in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft. Der Holzbau bietet hervorragende Voraussetzungen für einen sinnvollen Beitrag in diese Richtung. Ähnlich wie Beton und Stahl zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Lösung anstehender Bauaufgaben beitrugen und andere traditionelle Bauarten ablösten, ist es nun wiederum der Holzbau, mit dessen Hilfe wir die vor uns liegenden Herausforderungen effektiv und dauerhaft bewältigen können.