Faszination Schwedenhaus

Oder doch nur ein Holzhaus mit Schwedengedöns?

Werner Evers für Karl Heger Holzhausbau

Warum ist ein Schwedenhaus so besonders? Was ist das Faszinierende an einem Schwedenhaus?
Gewiss spielen die Autorin Astrid Lindgren mit ihren Geschichten um Pippi Langstrumpf und die Kinder von Bullerbü oder die Verfilmungen der Romane von Inga Lindström eine große Rolle. Sie sorgen für die romantischen Bilder rund um den Baustil der Schwedenhäuser. Leben in, mit und von der Natur, blühende Wiesen, grüne Wälder, gesund und unbeschwert wohnen.

Das Schwedenhaus hat eine Geschichte

Schwedens Landfläche besteht aktuell zu 68,9% aus Wald. Das war früher sogar noch mehr. So liegt es nahe, dass es in Schweden eine lange Tradition gibt, Häuser aus diesem nachwachsenden Rohstoff Holz zu bauen. Hinzu kommt die ideale Beschaffenheit der nordischen Nadelhölzer. Nordische Kiefern und skandinavische Fichten wachsen durch das im Norden vorherrschende kalte Klima langsam. Dadurch haben sie eine enorme Festigkeit, hohe Dämmwerte und können sehr gut Wärme speichern.
Zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg suchte man in Deutschland nach einer Möglichkeit, schnell guten Wohnraum zu schaffen. Man ließ in Schweden hochwertige Elemente für das Schwedenhaus fertigen und brachte sie nach Deutschland. Es entstand die Fertighaus-Bauweise. Das versprach eine schnelle Fertigstellung des Baus bei gleichzeitig hoher Qualität der Bausubstanz und viel Erfahrung durch den schwedischen Traditionsbau.
Heute sehen die Menschen den Bau und das Leben in einem Schwedenhaus als eine umweltfreundliche Lösung, die Natürlichkeit mit Nachhaltigkeit verbindet – ganz im Sinne von Astrid Lindgren.

Architektur und Schwedengedöns

Das traditionelle Schwedenhaus war kompakt gestaltet, die Architektur überwiegend schlicht und klar. Es hatte meist ein Satteldach und für das typische Aussehen einen großen Erker. Mit dem kräftigen Schwedenrot und den typischen weißen Faschen an Fenstern und Türen ist das klassische Schwedenhaus auch heute noch ein echter Hingucker.
Auf einen Keller wurde beim typischen Schwedenhaus meist verzichtet. Das Haus wurde auf eine Bodenplatte gestellt, wodurch Zeit und Geld gespart wurde. Der zusätzlich benötigte Stauraum wird beim Schwedenhaus heute durch größere Hauswirtschaftsräume im Erdgeschoss und Nutzflächen im Spitzboden geschaffen.
Inzwischen hat sich die Architektur weiter entwickelt. Das Schwedenhaus gibt es in vielen Varianten, die eine individuelle Gestaltung nach den Wünschen der Bauherren und das perfekte Einfügen in das restliche Wohnumfeld möglich machen.
Das Besondere aber sind die Details der schwedischen Baukunst. Überdachte Balkone, Veranden, Giebelkreuze oder der typisch schwedische Fensterknekt sorgen für den unverwechselbaren Look der Schwedenhäuser. Wenn dann noch ein gemütlicher Kamin dazu kommt, ist die Filmkulisse perfekt – Schwedengedöns eben.

Ausblick

Für den nächsten Artikel schau ich mir die Holzbauweise genauer an. Mich interessiert wie Schwedenhäuser früher gebaut wurden und wie Karl Heger Holzhausbau die Häuser heute errichtet.